|
Text / Bilder: Harald Albiker
Die wahrlich nicht kleine Kirche Heilige Familie war dem Ansturm der Gläubigen kaum gewachsen, die am zweiten Weihnachtstag zur Patroziniums- Eucharistiefeier mit der gleichzeitigen Verabschiedung von Pfarrer Franz Leithenmayr in das Gotteshaus gekommen waren. Schon der Einzug der vielen Ministranten, darunter viele ehemalige aus den beiden Pfarreien Hl. Familie und St. Cyriak, zusammen mit fünf Geistlichen und zwei Diakonen unter den Orgelklängen von Domkapellmeister Boris Böhmann war beeindruckend. Der Kirchenchor Hl. Familie – St. Cyriak unter der Leitung von Petra Böhmann gestalltete den feierlichen Gottesdienst mit der Messe von Joseph Wöss op.32a Nr. 3 für Orgel und Bläserquartett. Musiker, Sängerinnen und Sänger erfreuten die große Gemeinde unter einer souveränen Dirigentin mit einer beeindruckenden und einfühlsamen musikalischen Leistung. – Pfarrer Franz Leithenmayer führte mit Unterstützung der anderen vier Geistlichen und den Diakonen durch das Hochamt. In seiner Predigt stellte er die Familie des Alltags, die Hl. Familie und die Familie Gottes in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. In jeder Familie gebe es Höhen und Tiefen. Schon Augustinus habe den bedeutenden Satz „ das Leben der Eltern sei das Buch, in dem die Kinder lesen“ geprägt. Das Miteinander sei das wichtigste. Die Familie Gottes mit Christus in ihrer Mitte, habe für immer Bestand. – Pfarrgemeinderatsvorsitzender Reinhard Würkner hob am Ende des Gottesdienstes trotz eines wehmütig stimmenden Abschieds von Pfarrer Franz Leithenmayr das Frohe an der Patroziniumsfeier hervor. Man habe viele gute Jahre erlebt und „Franz“ sei als Gast immer willkommen. Sicher sei auch, dass er sich als überaus aktiver „Ruheständler“ gewiss nicht allzu viel Ruhe sondern eher große Bergtouren gönnen werde.
Stehempfang
– Großes Gedränge herrschte alsbald beim Abschieds- Stehempfang im großen Pfarrgemeindesaal. Der Kirchenchor eröffnete diesen auf nette Art mit dem Ständchen „Sag beim Abschied leise Servus“. Bernhard Schmidt hatte als langjähriger Pfarrgemeinderatsvorsitzender viele Jahre an der Seite von Franz Leithenmayr so manche Projekte in der Pfarrei mit gestaltet. Nach 17 Jahren, so Schmidt, gehe in den Pfarreien Hl. Familie und St. Cyriak Lehen eine Ära zu Ende. Nach eigenen Worten durfte Pfarrer Leithenmayr „ein Bruder unter Geschwistern sein“ und habe als Pfarrer, Seelsorger, Freund und einfühlsamer Mitmensch Freud und Leid mitgetragen. Die Begegnung auf Augenhöhe, das Zugehen auf die Menschen und ein echtes Interesse an Ihnen sei eine herausragende Eigenschaft von Franz Leithenmayr. Stets habe er sich gleichrangig um die beiden Pfarreien gekümmert. Durch seine offene und freundliche Art habe er, oft mit dem Fahrrad unterwegs, viele Menschen für die Mitarbeit im Besuchsdienst oder in den vielerlei Gruppierungen der Pfarreien gewonnen. Vielen sei klar geworden, „wer sich so engagiere erhalte viel zurück!“ Als Pfarrer habe er viel initiiert und unterstützend begleitet. Er habe Freiraum gegeben, damit Gemeindemitglieder selbst gestalten konnten. Auch die Partnerschaft mit den griechisch orthodoxen Gemeinden St, Nikolaus in Voyniliv habe er ins Leben gerufen und diese 16 mal mit einer Reisegruppe besucht, auch deren Sprache habe er gelernt und sei heute als Dolmetscher stets gefragt! Dort konnte dank der Hilfe aus den Partnergemeinden in Freiburg im letzten Jahr die neue Kirche eingeweiht werden. Große Unterstützung erfuhr auch die andere Partnerschaft mit San Pedro in Lima, der Hauptstadt Perus. In den eigenen Pfarreien stieß Pfarrer Leithenmayr den Ausbau der Pfarrscheune St. Cyriak und die Renovierung der Pfarrkirche St. Cyriak und den Umbau der Hl. Familie an. Auch die Kleinkindergruppe in Lehen sei ein Anliegen gewesen ebenso wie eine gegenwärtig laufende Einrichtung einer solchen im Kindergarten Hl. Familie. Er habe zu den Erbauern der Seelsorgeeinheit Freiburg-West gehört und sei ihr erster Leiter gewesen. Für den neuen Lebensabschnitt wünschte Bernhard Schmidt im Namen aller Pfarrangehörigen Optimismus, Tatkraft und Gottvertrauen. – Mit sehr schönen und heiteren Liedstrophen dankten die Vertreter/Innen der einzelnen Pfarrei - Gruppierungen für ein lange und schöne Zeit und überreichten sinnbildlich eine Weltkugel.
Es folgten viele Dank – und Anerkennungsworte verschiedener Sprecher der katholischen und evangelischen Institutionen. Pfarrer Ulrich Bayer von der Markuspfarrei würdigte beispielsweise die stets gepflegte Ökumene der Nachbarpfarreien bis hin zur gemeinsamen Fronleichnamsprozession oder Schriftlesungen in der Markuspfarrei. Auch die Jugend, der Ukraine- oder der Diakonatskreis hoben die zahlreichen Impulse hervor, die sie in ihrer Arbeit von Franz Leithenmayr erhalten hatten. Auch Ortsvorsteher Bernhard Schätzle, Nicolai Bischler für die beiden Bürgervereine Betzenhausen/Bischofslinde, Feuerwehrkommandant Walter Kamenzin und Martin Schätzle für den Männergesangverein Lehen bedankten sich für die stetige gute und konstruktive Zusammenarbeit. Letztlich hielt auch der Vertreter der früheren Pfarrei von Franz Leithenmayr, Graben-Neudorf in Nordbaden, ein Plätzchen in einem Häuschen bereit, um eventuell einem Ruheständler einen Aufenthaltsort zu geben und selbst wieder einen Pfarrer zu haben!
Mit einem vierstimmigen Kanon, komponiert von Frank Barrois und von den Gästen im prall gefüllten Saal gesungen, wurde die große Abschiedsfeier beendet. Der Schluss gehörte den zahlreichen Dankesworten von Pfarrer Franz Leithenmayr an alle in beiden Pfarreien wirkenden Gruppierungen und Institutionen sowie den vielen Gastsprechern/Innen.
- Bei Sekt und Imbiss wurden noch sehr lange viele ermutigende Gespräche aber auch persönliche Abschiedsworte gewechselt.





