Von Kneipp’schen Güssen und launigen Ergüssen
Bei der traditionellen Lehener "Frauefasnet" mit Tänzen, Büttenreden und Sketchen waren sogar Stehplätze begehrte Mangelware.
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Frauenfasnet in Lehen. Sabine Lutz- Bonengel glänzte mit ihrer überwiegend politisch gefärbten Büttenrede Foto: Harald Albiker
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Frauenfasnet Lehen 2022 Strumpfhosen-Tanzeinlage Foto: Harald Albiker
LEHEN. Einfallsreiche schöne Kostüme, ein schunkelndes, fasnetfröhliches Publikum, die beiden Monikas (Sacherer und Schweier) als sinnige Texterinnen in stets wechselnden Kostümen bei der Moderation eines mehr als vierstündigen Programms: Das alles gehörte in diesem Jahr zur traditionellen Frauefasnet in Lehen. Einige Besucherinnen im Cyriaksaal mussten sich gar mit Stehplätzen begnügen, so groß war der Andrang. Das gleiche Bild bringt vermutlich auch der längst ausverkaufte zweite Abend am heutigen Samstag.
Selbst geschneidert waren die goldschwarzen Prachtkostüme der beiden Moderatorinnen, die zunächst sechs junge Mädchen in Baströckchen anzusagen hatten, die zur Melodie von Waka-Waka über die eigentlich viel zu kleine Bühne wirbelten. Reichlich ernüchtert und tief enttäuscht zeigte sich in der Bütt die anfangs so flugbegeisterte, ja flugbesessene Hildegard Higlister nach einem Kurztrip mit Billigflug. Sabine Bonengel kommentierte die Unterschiede zwischen den Duschgewohnheiten von Frauen und Männern. Die wurden anschaulich und gestenreich von Marianne Plitt und Sabine Dilger im Züberchen stehend dargestellt. Sieglinde Schäfer und Anja Scherer machten als Männer kurzen Prozess und stellten ihre eingebildeten Adoniskörper zum Amüsement der Zuschauerinnen in den Vordergrund.
Getreu der Lehren von Pfarrer Kneipp versuchten Sigrid Stüber und Karin Seiler ihre Wehwehchen mit einer sehr speziellen Kur zu heilen. "Vom Warme rus ins Kalte ni" schien tatsächlich zu wirken. Sabine Bonengel und Anja Scherer führten anhand großer Wortplakate in eine Kommunikation ohne Worte ein. Das Publikum ging spontanen Beifall spendend darauf ein und spielte begeistert mit – angesichts der treffenden Wortwahl mehr als verständlich.
Herzhaftes Lachen gab’s auch bei den Texten von Ulrike Stockmayr und Iris Licht, die als Putzmänner durch Buchstabendreher überraschende Effekte erzielten. Ein Strumpfhosentanz von sechs altbewährten Frauefasnachterinnen geriet zur wahrlich komischen Nummer, wie da je zwei Frauen sich eine Strumpfhose"teilten". Teil eins des Programms endete mit dem Urgestein der Lehener Frauefasnet, den "Zwei Doofen", (Monika Sacherer, Uli Albers) die viele belustigende Begebenheiten oder unabsichtliche Fehltritte im "Dorfgeschehen" ins Licht rückten. Dazu gab’s wie immer den stets mitgesungenen und geschunkelten Refrain.
Zum "Anton aus Tirol" zeigten Sieglinde und Isabell Schäfer, Hildegard Higlister und Jana Plitt temperamentvolle, überaus anstrengende Steppaerobic-Übungen. Am "Jeck un Doof" mit Angi Wissler und Monika Schweier führt keine Frauefasnet vorbei. Die beiden hatten gar nicht zimperlich deftige Sprüche und Zitate zusammengetragen.
"Willsch Du Dir de Tag versaue, muesch nur in de Spiegel schaue!" : Mit ihrer hochbrisanten, geistreichen und überwiegend politisch ausgerichteten Büttenrede könnte Sabine Lutz-Bonengel als "Vagabund" ebenso in Mainz oder Köln auftreten. Zu Kachelmann, Berlusconi, Merkel oder Öttinger steuerte sie unzählige Bonmots bei und traf dabei bei den Zuhörerinnen den richtigen Nerv.
Schauspielerisch hervorragend agierten Anja Scherer und Sabine Dilger anlässlich eines bevorstehenden Besuchs ihrer Vermieter und . Uli Albers und Iris Licht nahmen musikalisch die vielen Formen der Verkehrsstaus in Lehens Breisgauer Straße aufs Korn und schon weit nach Mitternacht setzten die "Klageweiber" Ulrike Stockmayr, Sonja Hartmann, Silke Birkle und Sabine Fiedelmeier ihre Akzente.
Danach gab’s zum Abschluss den Aufmarsch aller Mitwirkenden, die die Bühne nicht ohne die "Lehener Hymne" verlassen durften.





